Garten

Aglandau

Aglandau Im vergangenen Sommer haben wir einen kleinen Olivenbaum aus der Provence mitgebracht (eigentlich noch ein Strauch). Wir haben uns für die Sorte Aglandau entschieden, die im Vaucluse als Verdale und an der Mündung des Rhône als Beruguette oder Blanquette bekannt ist. Anders als manche italienische Sorten, die schon früh dekorativ in die Breite wachsen, strebt Aglandau zunächst eher in Höhe, ist aber für eine dichte Blattdecke bekannt und zudem besonders robust und frostfest (angeblich bis zu Temperaturen deutlich unter -10 °C, im Kübel aber weniger als im Beet) – und nicht zuletzt ist er einfach ein echter Provenzale.

Über die Befruchtung gibt es verschiedene Meinungen. Es scheint, dass eine Bestäubung durch Pollen einer zweiten Pflanze – der gleichen oder auch einer anderen Sorte – erforderlich ist. Aber es gibt Quellen, die behaupten, eben diese Sorte, Aglandau, sei selbstbestäubend. Jedenfalls tragen Olivenbäume in unseren Breiten selten und dann wenige Früchte. Und nur wenn der Sommer lang genug anhält und es bis zum Winteranfang hell und warm genug bleibt – und Aglandau ist nebenbei eine spät reifende Sorte, was in mediterranen Gefilden von Vorteil ist – haben die Früchte überhaupt eine Chance auszureifen. Davon abgesehen sind Ölbäume anspruchslos und benötigen außer einem möglichst sonnigen Standort und einem durchlässigen Boden keine besonderen Bedingungen und nur wenig Pflege.

In unserem sonnenarmen, nach Norden gelegenen Garten haben wir ihm den Platz mit den meisten Sonnenstunden gegeben. Ölbäume sind mit unseren heimischen Weiden verwandt und vertragen wie diese einen starken Rückschnitt. Im Kübel sollte die Erde feucht gehalten werden, da der Baum nicht so tief wurzeln kann, aber Staunässe unbedingt vermieden werden. Ein gutes Winterquartier ist möglichst hell, vor allem aber kühl. Unseren Aglandau haben wir an einem kleinen Kellerfenster überwintern lassen – die etwas dunkle Unterbringung hat ihm anscheinend nichts ausgemacht. Form erhält ein Ölbaum mit einem runden Schnitt in jedem zweiten Jahr, was wir uns für nächstes Jahr vornehmen.

22. März 2011 von Kai Yves Linden
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