Dies und das

Strix aluco

Der Mond nimmt schon wieder ab. Doch schon vor zwei Tagen, als der volle Mond noch von der Wolkendecke verschleiert war, die eine Woche lang mit schwankender Regenlast über uns hinweggezogen ist, hat „unser” Waldkauz schon nachts lange gerufen. Möge seine Brautsuche erfolgreich sein. Jedenfalls ist er mit seinem Huh, Huhu, Huhuhu (eine schöne flötenhafte Portato-Repetition) und langgezogen im Ton abfallenden Huuuh sehr ausdauernd. Das Zwiegespräch eines Käuzchenpaares soll viel leiser sein, was unmittelbar nachvollziehbar ist, da die Nähe, welche die Paarung mit sich bringt, mehr Zärtlichkeit als Lautstärke verlangt. Dann werde ich die Lockrufe des Männchens vermissen, welche den gegenüber dem Lärm des Tages gedämpften Klang der städtischen Nacht ungewohnt märchenhaft färben.

14. Oktober 2011 von Kai Yves Linden
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1 Kommentar

  1. In meiner Jugend galt der Kauz als Unglückskünder. Der Ruf Kuwitt (des Weibchens) wurde als “Komm mit” gedeutet und kündete den baldigen Tod eines Hörers an. Natürlich hielt ich das für unsinnigen Aberglauben. Als dann aber, eines späten Abends, ein Kauz in etwa vier Meter Entfernung immer wieder Kuwitt rief, ohne sich von meiner Nähe beeindrucken zu lassen, da war ich nicht mehr sicher, ob er mir nicht doch “Komm mit” zurief. Ich hoffe, dass der Waldkauz diesen Ruf inzwischen los geworden ist, und er überall ein willkommener Gast begrüßt wird.

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