Musik
Ein letzter Gruß
Mit Bernd Wiesemann habe ich einen Freund verloren, der mich einen großen Teil meines Lebens als Musiker und Mensch begleitet hat. Ein Kind des Fluxus, war ihm Offenheit nicht nur Programm, sondern Natur. Das Düsseldorfer Musikleben wäre ohne ihn, der als Initiator und Kurator Konzertreihen wie forum 20 (1990-2000), das nicht nur für Düsseldorf beispielhaft war, konzipierte und unermüdlich organisierte, um das Vielfache seiner Aktivitäten ärmer gewesen. Weiterlesen →
Fotografische Praxis
Fotos entlöschen
Wie anscheinend jeder einmal habe auch ich schon versehentlich Fotos auf einer Speicherkarte gelöscht. Letztens habe ich eine Speicherkarte formatiert, von der ich nur vermeintlich alle Fotos auf die Festplatte kopiert hatte. Ich war gespannt die Bilder näher zu betrachten, die ich bei einer Fotoexkursion mit einem Freund auf einem weiten Strandgebiet auf einer westfriesischen Insel geschossen hatte. Und so war der Schrecken zunächst groß, als ich begriff, dass ich die Bilder wohl verloren hatte. Weiterlesen →
Rezepte
Süße Sprossen
Bei einem Abstecher auf dem Rückweg von einem Einkauf mit dem Fahrrad in Gerresheim, der mich an die Nördliche Düssel führte, entdeckte ich japanischen Knöterich. Dieser wird von Wildpflanzensammlern auch Wildrhabarber genannt, was schon alles über seine Verwendung in der Küche sagt. Der wissenschaftliche Name der Pflanzengattung der Flügelknöteriche, zu der die Staude zählt – Fallopia – ist eine Reverenz an Gabriello Fallopio, einem Anatom und Botaniker des 16. Jahrhunderts. Weiterlesen →
Textverarbeitung
Leere ohne Breite
Im typographischen Setzkasten gibt es seit der Renaissance Zwischenräume (Spatien) verschiedener Breite, gemessen in Unterteilungen eines Gevierts (der Breite, die der Höhe der Letternkegel einer Satzschrift entspricht). Eine Breite kam erst mit dem digitalen Schriftsatz hinzu: Ein Leerzeichen mit einer Breite von 0 – nullbreites oder breitenloses Leerzeichen genannt, en. zero-width space, fr. espace sans chasse. Was ist der Sinn eines solchen Zeichens? Es ist eigentlich kein Leerzeichen, sondern vielmehr ein Steuerzeichen: Es gibt einen möglichen Zeilenumbruch an. Weiterlesen →
Fotografie
Drei Fotos
Für die Hintergrundebene des Videos zu Liberté (veröffentlicht auf Vimeo, 4 Minuten) habe ich drei Fotos ausgewählt, die als gemeinsames Grundmotiv die Straße haben. (Hauptschicht der Audio/Video-Komposition – durchaus wörtlich im Sinne von Zusammensetzung zu verstehen – ist die elektroakustisch multiplizierte und transformierte Stimme von Paul Éluard.) Die Hintergundebene, auf der die Fotos nacheinander liegen, wird von einer schwarzen Ebene verdeckt, eine Leinwand bzw. ein Volet, die durch Wörter und Buchstaben aus dem Gedicht durchbrochen wird. Weiterlesen →
Musik
Sieben Buchstaben
Auszüge aus den Arbeitsnotizen zu Liberté (einer elektroakustischen Ausarbeitung einer Rezitation des Gedichtes von Paul Éluard, 1942/1944?), Audio und Video auf Vimeo (4 Minuten):
Liberté
Éluard, 1942
Cours de conversation
November 2014begonnen als Liebeserklärung
Besetzung, Widerstand
la femme aimée → la libertéAnaphora
Nebeneinander der vielen Dinge,
Erscheinungen, Erfahrungen, Spiegelungen
Offene AssoziationenÉluard: Stimme etwas brüchig
Etwas singende Deklamation, manchmal etwas pathetisch
Aber: Expressiv strukturiert, dicht am Wort
Für eine aufgeklärte, kühlere Zeit retten?
Fotografische Praxis
Stabilität
In letzter Zeit war ich etwas nachlässig beim Fotografieren, was mit unscharfen Fotos bestraft wurde. Und dass, obwohl ich doch weiß, dass es sich stets lohnt, einen stabilen Stand einzunehmen, bevor der Finger den Auslöser niederdrückt. Und wenn die Situation nicht dem Standard entspricht, lohnt es sich ebenso, zuerst darüber nachzudenken, wie ein stabiler Stand erreicht werden kann. Dabei kann man sich auf einige wenige Grundregeln beziehen. Weiterlesen →
Fotogalerien
Reise in die Vergangenheit
Der Besuch eines Museums oder eines Friedhofs ist eine Reise in die Vergangenheit, eine Gelegenheit, Verbindungen und Bezüge zu Geschichte, Erbe, Überkommenem, Ursprüngen herzustellen. Paris ist nach einem berühmten Text von Walter Benjamin die Hauptstadt des 19. Jahrhunderts.[1] Auch das heutige Paris ist trotz aller Modernität der Stadt vor allem durch jenes Jahrhundert geprägt. An kaum einem anderen Ort ist dies in einem solchen Maß erlebbar wie im Musée d’Orsay. Weiterlesen →
Philosophie
Die beste aller Welten
Die Nachrichten des Tages aus der Welt, die neuesten Prognosen zur anthropogenen globalen Erwärmung, die Kriegsschauplätze der Welt, die Ausbeutung der Ärmsten ‒ die wir mit unserem Konsum mittragen ‒, die Allgegenwart des Mittelmäßigen, sowie beiläufige Einzelheiten des Alltags, die sonst noch dazu beitragen können, einem die Laune zu verderben, ließen mich an die Behauptung von Leibniz denken, wir lebten in der besten aller möglichen Welten. Weiterlesen →
Musik
Materie
Mit Freunden besuchte ich eine Vorstellung von De Materie in der Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord. Weil wir uns bei der Anfahrt vom Navigationsgerät in eine falsche Straße hatten führen lassen ‒ die Emscherstraße gibt es in Duisburg zweimal ‒ mussten wir das Einlassfenster für Verspätete wahrnehmen. Dadurch verpassten wir leider den Anfang des Stücks, von dem ich immerhin durch eine Präsentation in Düsseldorf, in der Heiner Goebbels das Programm der diesjährigen Ruhrtriennale vorstellte, übrigens das letzte Jahr seiner Intendanz des Festivals, eine Idee erhalten hatte. Weiterlesen →